Wien (OTS) – „Was NEOS-Bildungsminister Wiederkehr gestern in der
‚ZiB2‘ geboten
hat, war ein glattes ‚Nicht genügend‘: Wohl viel Gerede, aber keine
konkreten Antworten auf die zentrale Frage, warum 16-Jährige nach
neun Jahren Schule nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen
können“, sagte heute FPÖ-Bildungssprecher NAbg. Hermann Brückl zu den
Ausführungen des Ministers im ORF.
„Statt die Ursachen klar zu benennen, verlor sich Wiederkehr in
Ausflüchten und wohlklingenden Phrasen. Wer ernsthaft glaubt, man
könne ein massives Bildungsproblem mit neuen Schlagwort-Fächern wie
‚Demokratie und Konfliktlösung‘ lösen, hat den Ernst der Lage nicht
erkannt“, so Brückl, der auch die geplante Abschaffung der Vorschule
kritisierte: „Gerade jene Kinder, die zusätzliche Förderung brauchen,
werden ins kalte Wasser geworfen. Das ist kein Fortschritt, das ist
ein bildungspolitischer Blindflug. Gleichzeitig werden
Leistungsmaßstäbe aufgeweicht, etwa durch die teilweise Abschaffung
von Noten. Wenn man Leistung nicht mehr misst, verschwindet sie
nicht, sondern sie sinkt.“
Auch die geplante „Mittlere Reife“ sei nichts anderes als eine
versteckte Verlängerung der Schulpflicht ohne Lösungskompetenz: „Wer
die Mindeststandards nicht erreicht, bleibt einfach länger im System.
Das ist kein Konzept, das ist Kapitulation“, betonte der FPÖ-
Bildungssprecher, der zudem auf die aus seiner Sicht zentrale Ursache
der Probleme verwies: „Die massiven Herausforderungen in unserem
Bildungssystem sind eng mit der ungesteuerten Zuwanderung verbunden.
Die größten Defizite sehen wir dort, wo der Anteil nicht
deutschsprachiger Kinder besonders hoch ist, nämlich in den
Ballungszentren. Deshalb fordern wir Freiheitliche seit Jahren
verpflichtende Deutschkenntnisse vor Schuleintritt.“
„Doch genau dieses Kernproblem will der NEOS-Minister nicht
einmal benennen. Stattdessen betreibt er Reformkosmetik und verliert
sich in ideologischen Projekten. Das ist Realitätsverweigerung par
excellence“, so Brückl.
„Die Probleme im österreichischen Bildungssystem liegen tiefer,
und sie wurden von Wiederkehr auch mitverursacht. Er war fünf Jahre
Bildungsstadtrat in Wien. Dort sehen wir heute die Realität an den
Schulen mit massiven Sprachdefiziten bei Schülern, überforderten
Lehrern und einem System, das seine Kernaufgabe – die Vermittlung von
Grundkompetenzen – nicht mehr erfüllen kann“, erklärte Brückl.
„Der gestern vom NEOS-Minister präsentierte ‚Plan Zukunft‘ ist
daher kein Neuanfang, sondern die Fortsetzung eines gescheiterten
Kurses. Wiederkehr fährt das österreichische Schulsystem komplett an
die Wand. Statt Ideologie an den Schulen braucht es endlich eine
Rückkehr zu Leistung, klaren Standards und echter Förderung. Unsere
Kinder haben ein Recht auf Bildung und nicht auf bildungspolitische
Experimente“, betonte Brückl.