WKÖ-Imlauer und Rainer: Unser Maßstab bleibt das wirtschaftlich Machbare

Wien (OTS) – Im Zusammenhang mit den diesjährigen
Kollektivvertragsverhandlungen
betonen die Obleute der gastgewerblichen Verbände in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Georg Imlauer und Alois Rainer,
erneut: Verhandlungen müssen sich an der wirtschaftlichen Realität
orientieren.

„Wir sind der Gewerkschaft in den Verhandlungen sehr weit
entgegengekommen, haben zuletzt nachgeschärft und zwei faire Angebote
vorgelegt. Anstatt die Fakten anzuerkennen, werden jedoch immer
weitere Forderungen gestellt. Dabei wird übersehen, dass die
Mindestlöhne und -gehälter in den vergangenen vier Jahren um 27,1
Prozent gestiegen sind und sämtliche KV-Abschlüsse über der
Inflationsrate lagen.

Zusätzlich wurde mit dem neuen Rahmenkollektivvertrag ein
umfassendes Paket umgesetzt, das neben höheren Einkommen auch
strukturelle Verbesserungen für die Beschäftigten bringt. 2026 ist
das erste Jahr, in dem diese Maßnahmen für die Betriebe finanziell
voll wirksam werden“, so Rainer und Imlauer.

„Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage und der
geopolitischen Unsicherheiten ist es unverantwortlich, einen
Abschluss zu vereinbaren, den unsere Betriebe nicht erwirtschaften
können. Selbst Gewerkschaften anderer Branchen erkennen diese
Realität an und haben entsprechend tragfähige Abschlüsse vereinbart.
Das ist ein verantwortungsbewusster Zugang.“

Ergebnisse unter Druck – Kosten steigen

Alle wesentlichen Kennzahlen in Hotellerie und Gastronomie
zeichnen ein klares Bild: Die operativen Ergebnisse bleiben unter
Druck, während Umsatzsteigerungen vielfach kostengetrieben sind und
sich nicht in besseren Margen niederschlagen. Umsatz und Ertrag
entwickeln sich zunehmend auseinander.

Prognosen renommierter,unabhängiger Institutionen wie WIFO, IHS,
Statistik Austria sowie die Österreichische Hotel- und Tourismusbank
bestätigen die anhaltend angespannte gesamtwirtschaftliche Lage, die
durch geopolitische Entwicklungen zusätzlich belastet wird.

Internationale Nachfrage schwächelt – Gästeverhalten ändert sich

Insbesondere im internationalen Geschäft zeigen sich bereits
spürbare Effekte: „Wir beobachten eine deutlich verhaltene Nachfrage
aus Fernmärkten, vor allem aus Asien. Reisegruppen bleiben aus,
gleichzeitig sind Flugverbindungen teurer oder schwieriger geworden“,
so Imlauer.

Zudem verschärfen strukturelle Veränderungen im Flugangebot die
Situation: „Durch den teilweisen Rückzug von Airlines wie Ryanair und
Wizz Air aus Wien gehen spürbar Gäste verloren. Das wirkt sich
unmittelbar auf die Nachfrage aus.“

In der Stadthotellerie ist der Druck besonders hoch: „In Wien
verzeichnen wir derzeit Rückgänge von rund 15 Prozent sowohl bei der
Auslastung als auch bei den erzielbaren Preisen. Das zeigt klar, dass
die Preisdurchsetzung nicht funktioniert und die wirtschaftliche Lage
angespannt bleibt – insbesondere für international ausgerichtete
Betriebe sowie die 4- und 5-Sterne-Hotellerie“, analysiert Imlauer.

Auch in der Gastronomie zeigt sich ein deutlich geändertes
Konsumverhalten: „Vor allem heimische Gäste gehen seltener auswärts
essen und konsumieren pro Besuch weniger. Das spüren vor allem unsere
vielen kleinstrukturierten Wirtshäuser. Die aktuelle Branchenanalyse
„Fitness-Check Gastronomie“ zeigt klar, dass besonders die kleinen
Betriebe massiv unter Druck stehen“, hält Rainer fest.

Klare Grenze: Wirtschaftliche Tragfähigkeit

Vor diesem Hintergrund ziehen die Arbeitgeber eine klare Linie:
„Als Arbeitgeber tragen wir Verantwortung für Betriebe und
Beschäftigte. Diese beginnt mit einem klaren Blick auf die
wirtschaftliche Realität. Wunschdenken ersetzt keine wirtschaftliche
Grundlage – entscheidend sind tragfähige Lösungen, die auch
langfristig Bestand haben“, so Imlauer und Rainer abschließend. (
PWK156/EL)