Neuer Blick auf die Wiener Moderne

Krems (OTS) – Bis heute wird die Wiener Moderne überwiegend mit
männlichen
Positionen assoziiert. Die Landesgalerie Niederösterreich widmet sich
jenen Frauen, die mit künstlerischer Innovation, gesellschaftlichem
Anspruch und Widerstandskraft eine eigene Moderne formulierten.
„Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig“ beleuchtet die Geschichte
der 1926 gegründeten Vereinigung Wiener Frauenkunst sowie die ihrer
Initiatorin: der bislang weitgehend vergessenen Universalkünstlerin
Fanny Harlfinger-Zakucka (1873-1954). Die Ausstellung stellt
zahlreiche verloren geglaubte Werke dieser progressiven Künstlerinnen
der Wiener Moderne vor und bietet neue Einblicke in den Kampf der
weiblichen Kunstszene der Zwischenkriegszeit um Sichtbarkeit und
Anerkennung.

„Mit der Schau „Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig“ machen
wir Künstlerinnen sichtbar, die die Moderne entscheidend mitgeprägt
haben, deren Beiträge jedoch lange übersehen wurden. Die Ausstellung
ist eine Einladung zur Begegnung mit künstlerischen Perspektiven, die
den kunsthistorischen Kanon erweitern – vielschichtig, mutig und
inspirierend “ , so Gerda Ridler , künstlerische Direktorin
Landesgalerie Niederösterreich.

Zwtl.: Fanny Harlfinger-Zakucka und die Wiener Frauenkunst

Als vielseitige Künstlerin und engagierte Kulturpolitikerin war
Harlfinger-Zakucka eine treibende Kraft für die Sichtbarkeit von
Frauen in der Kunst. 1926 gründete sie mit einer Gruppe engagierter
Malerinnen, Keramikerinnen, Bildhauerinnen, Kunsthandwerkerinnen und
Architektinnen die Wiener Frauenkunst (österreichischer Verband
bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen). Alle Kunstsparten
waren gleichberechtigt nebeneinandergestellt. Die neue Vereinigung
setzte nicht nur künstlerische, sondern auch kuratorische Impulse und
entwickelte innovative Ausstellungsformate.

„Fanny Harlfinger-Zakucka und die Wiener Frauenkunst stehen
exemplarisch für eine Generation von Künstlerinnen, die sich mit
großer Entschlossenheit eigene Räume geschaffen haben. Ihre Arbeiten
erzählen von künstlerischer Innovation von Mut, Beharrlichkeit und
dem Anspruch auf Gleichberechtigung“ , erklärt Kuratorin Sabine
Fellner .

Zwtl.: Ausstellungen als Experimentierfeld

Die Wiener Frauenkunst organisierte von 1927 bis 1938 insgesamt
13 Ausstellungen und setzte dabei neue Maßstäbe im
Ausstellungsdesign. Themenausstellungen, raumgreifende Inszenierungen
und interdisziplinäre Ansätze machten ihre Präsentationen zu
Experimentierfeldern der Moderne. In der Landesgalerie
Niederösterreich werden die sechs wichtigsten Ausstellungen der
Vereinigung anhand von Werken, Fotografien und Dokumenten
nachempfunden. Die Bandbreite reicht von Malerei, Skulptur,
expressionistischer Keramik bis zu Möbeldesign und Gestaltung von
Zeitschriftencovern und zeugt von künstlerischer Vielfalt und
gesellschaftlichem Engagement.

Zwtl.: Zentrale Künstlerinnen der Ausstellung

Neben Fanny Harlfinger-Zakucka werden unter anderem Arbeiten von
folgenden Künstlerinnen gezeigt: Bettina Bauer-Ehrlich, Maria
Cyrenius, Helene Funke, Margarete Hamerschlag, Stephanie Hollenstein,
Hilda Jesser-Schmid, Broncia Koller, Dina Kuhn, Gabi Lagus-Möschl,
Frieda Salvendy, Annie Schröder-Ehrenfest, Marianne Seeland, Susi
Singer, Luise Spannring, Maria Strauss-Likarz, Helene Taussig, Hilde
Wagner-Ascher, Franziska Zach und Liane Zimbler.

Zwtl.: Wiederentdeckung und Aktualität

Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zur Wiederentdeckung
dieser Künstlerinnen und erweitert das Bild der Wiener Moderne um
zentrale weibliche Positionen. Sie macht deutlich, wie relevant die
Fragen nach Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Teilhabe bis heute
sind. Die Landesgalerie Niederösterreich knüpft damit an eine
lebendige Erinnerungskultur an, die Vergangenheit nicht nur bewahrt,
sondern aktiv neu befragt.

WIENER MODERNE. WEIBLICH. WIDERSTÄNDIG.
FANNY HARLFINGER-ZAKUCKA UND DIE WIENER FRAUENKUNST
11.04.2026 – 10.01.2027
www.kunstmeile.at/wiener-moderne

Eröffnung
SA, 11.04.2026, 11.00 Uhr

Kunst, Kaffee & Kipferl
Schriftstellerin Julya Rabinowich im Gespräch mit Sabine Fellner
SO, 10.05.2026, 10.30–12.00 Uhr

Pressebilder
Pressebereich

Fotos zur Eröffnung (online am SA, 11.04.2026 ab 15 Uhr)
https://www.apa-fotoservice.at/galerie/39686