Wien (OTS) – Immer mehr Wohnungen in Wien werden von Spekulant:innen
in
Tourismusappartements umgewandelt. Aktuelle Zahlen zeigen, dass
allein auf der Plattform Airbnb mindestens 14.000 Wiener Wohnungen
dauerhaft als Tourismus-Appartements zweckentfremdet werden.
Gleichzeitig werden im großen Stil ganze Wohngebäude in
Beherbergungsstätten umgewandelt. Auch die strengeren Regelungen der
Bauordnungsnovelle 2024 haben zu keinem relevanten Rückgang dieser
Zahlen geführt. Laut einer aktuellen Anfragebeantwortung der Grünen
Wien gab es allein im Jahr 2025 bei der Baupolizei 305 Verfahren zur
Umwandlung in Tourismusappartements – viele davon ganze Zinshäuser
mit zig Wohnungen. 132 davon sind bereits bewilligt worden. Der
Wohnraub beschränkt sich nicht mehr auf die Innenbezirke, sondern
ufert auf Gebiete um den Gürtel und rund um hochrangige
Verkehrsmittel aus. Allein in Favoriten ist die Zahl der angebotenen
Wohnungen von knapp 200 auf 1.200 gestiegen. Judith Pühringer,
Parteivorsitzende der Grünen Wien: „Die SPÖ sieht zu, wie immer mehr
Wohnungen für die Wiener:innen verloren gehen. Wir müssen die
Spekulation endlich stoppen und den Wiener:innen ihre Wohnungen
zurückgeben. Wohnungen sind keine Hotelzimmer.”
Schärfere Regelungen unumgänglich
„Die bisherigen Versuche, Airbnb & Co einzudämmen, schützen die
Wiener:innen nicht ausreichend vor Wohnraub. Mittlerweile gibt es in
Wien mehr Tourismus-Appartements als Wohnungen in der Josefstadt.
Gegen die Gewinnmaximierung Einzelner helfen nur glasklare Regeln,
die uns vor Entwicklungen wie in Barcelona oder Lissabon schützen“,
so Georg Prack, Wohnbausprecher der Wiener Grünen. Wien droht ein
dramatischer Mangel an leistbaren Wohnungen – und der verbliebene
Wohnraum wird immer teurer. Auch berichten Nachbar:innen von
Tourismus-Appartements über Probleme mit Ruhestörung, Müllentsorgung
und wechselnden, fremden Personen im eigenen Haus.
So kann man das Problem lösen – Grüne Forderungen:
– Airbnb & Co. raus aus den Wiener Wohnungen – Schluss mit
Ausnahmebewilligungen, sowohl außerhalb als auch innerhalb der
Wohnzonen. Es braucht jetzt eine glasklare Regulierung, die die
Bewilligung von neuen Tourismus-Appartements in ganz Wien stoppt.
Diese eindeutige Regelung macht es möglich, das Gesetz
verwaltungseffizient zu kontrollieren.
– Die Ausnahmebewilligung für gewerbliche Nutzung für kurzfristige
Beherbergungszwecke in und außerhalb von Wohnzonen soll gestrichen
werden. Laufende Ausnahmebewilligungen werden nach Ablauf der Frist
nicht verlängert.
– Es soll weiterhin möglich sein, eine Wohnung 90 Tage pro
Kalenderjahr vorübergehend vermieten zu können, ohne dauerhafte
Aufgabe des Wohnsitzes.
– Keine Umwandlungen von Wohnungen in Beherbergungsstätten mehr! Die
Grünen fordern eine gesetzliche Klarstellung, dass Wohnraum nicht
mehr in Beherbergungsstätten umgewandelt werden darf. Dazu soll eine
mögliche Gesetzeslücke in der Bauordnung unverzüglich repariert
werden, bevor weitere Wohnungen für immer verloren gehen.
– Auf Grundstücken, die als Wohngebiete oder gemischte Baugebiete
gewidmet sind, soll die Errichtung oder Umwandlung in
Beherbergungsstätten nur mehr möglich sein, wenn das in den
Bebauungsbestimmungen explizit so geregelt ist.
– Den Umgehungen des Mietrechts durch die längerfristige Vermietung
von Beherbergungsstätten muss ein Riegel vorgeschoben werden. Der
Bundesgesetzgeber muss hier rasch nachjustieren.
Wiener:innen vor Wohnraub schützen
„Es muss allen klar sein: Mit jeder weiteren Wohnung wird
Wiener:innen Wohnraum geraubt und das verschärft die
Wohnungsknappheit nur noch weiter. Die Entwicklung von 2015 bis 2025
zeigt, dass sich das Phänomen verdreifacht hat. Es ist allerhöchste
Zeit, die Wiener:innen endlich vor Wohnraub zu schützen“, so
Pühringer abschließend.