ÖGB-Appell zum Weltgesundheitstag: Unternehmen müssen mehr als nur Obstkörbe bieten

Wien (OTS) – Zum Weltgesundheitstag am 7. April fordert der ÖGB:
Betriebliche
Gesundheitsförderung (BGF) muss für Arbeitnehmer:innen weit mehr sein
als ein symbolischer Obstkorb. „Gesundheit ist ein Grundrecht – wir
müssen sie auch in der Arbeitswelt verwirklichen“, fordert Julia
Stroj, Expertin im Referat für Gesundheit und
Sozialversicherungspolitik im ÖGB. „Wird betriebliche
Gesundheitsförderung im Betrieb gut umgesetzt, profitieren alle
davon: Gesunde Beschäftigte sind produktiver, seltener krank und
bleiben länger im Unternehmen. Jeder investierte Euro kommt mehrfach
zurück“, so die Gewerkschafterin.

Was es für Gesundheit am Arbeitsplatz wirklich braucht

„Wir brauchen gesundheitsfördernde Angebote wie Teamtage, gesunde
Ernährung und Bewegung – aber vor allem verhältnisorientierte
Maßnahmen: also wertschätzende Führungsstile, flexible Arbeitszeiten,
stressfreie Organisationskulturen und ergonomische Arbeitsplätze“,
erklärt Stroj. Auch psychosoziale Risiken müssen gezielt angegangen
werden – durch Mobbingprävention, transparente Kommunikation und die
Förderung einer gesunden Work-Life-Balance. Schließlich sind 60
Prozent der Beschäftigten von psychischen Belastungen betroffen.

Stroj sagt: „Häufig scheitern BGF-Projekte daran, dass
Unternehmen nur einzelne Symptome bekämpfen, statt systematisch
Ursachen wie toxische Führung oder Überstunden anzugehen.
Arbeitnehmer:innen kennen ihre Bedürfnisse am besten – sie müssen
durch Gesundheitszirkel und Betriebsräte mitbestimmen. Partizipation
ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für gelungene BGF.“

Appell an Unternehmen: Investiert jetzt in eure Teams!

„Eine gesunde Belegschaft ist der beste Wettbewerbsvorteil“, sagt
Stroj. „Nutzt die kostenlosen Angebote der Sozialversicherungsträger
wie ÖGK oder BVAEB – sie reichen von Beratungen durch qualifizierte
BGF-Berater:innen über Vernetzungsmöglichkeiten und BGF-Kurse bis hin
zur Auszeichnung mit einem Gütesiegel.“

Fachkräftemangel und psychische Belastungen sind längst Realität
in vielen Betrieben – deshalb ist BGF so wichtig. „Nur jeder Fünfte
arbeitet in einem Unternehmen mit betrieblicher Gesundheitsförderung
– höchste Zeit, dass Betriebe handeln, statt nur zu reden!“, fordert
Stroj abschließend.