ÖAMTC: Spritpreise in nur einem Monat um 70 Cent gestiegen

Wien (OTS) – Seit Anfang März ist der Preis für Diesel um rund 70
Cent, für Benzin
um 40 Cent pro Liter gestiegen, im Monats-Durchschnitt war Diesel um
46,3 Cent, Super um 28,2 Cent teurer als im Februar. In den
vergangenen Tagen kostete der Liter Diesel im Schnitt knapp unter
2,25 Euro – ein neuer Tageshöchstwert in Österreich. Damit liegen die
aktuellen Dieselpreise nominell höher als zu Beginn des Ukraine-
Krieges (auch aufgrund der mittlerweile geltenden CO2-Bepreisung).
Sollten die Preise weiter derart rasch steigen, könnte die nun in
Kraft tretende Spritpreisbremse diese Entwicklung bestenfalls
verlangsamen. Aufgrund der teilweise verzögerten Wirkung der Maßnahme
bleibt zunächst auch abzuwarten, wann die Senkung vollumfänglich bei
den Konsument:innen ankommt.

Zwtl.: Trotz Spritpreisbremse weiterer Handlungsbedarf

„Es ist positiv, dass die Regierung versucht, die Preise zu
reduzieren. Im Sinne der Konsument:innen hätten wir uns aber eine
größere Entlastung erhofft“, so Martin Grasslober, Leiter der ÖAMTC-
Verkehrswirtschaft. Der Mobilitätsclub hat angesichts der immensen
Preissteigerungen eine Senkung der Abgaben auf Sprit gefordert und
war – sofern die Versorgung sichergestellt ist – auch einer
funktionierenden Margenregulierung nicht abgeneigt. „Eine
Preisreduktion um durchschnittlich zehn Cent pro Liter ist angesichts
der beobachteten Preissteigerungen letztlich jedoch kein großer
Wurf“, stellt Grasslober klar.

Abseits nationaler Maßnahmen ortet der ÖAMTC nach wie vor
dringenden Handlungsbedarf auf europäischer Ebene: Der Club sieht die
Politik gefordert, die internationalen Notierungen für Diesel und
Super genau zu untersuchen und im Sinne der Konsument:innen stärker
zu reglementieren. „Nur durch verlässliche Notierungen, die auch für
die nationale Spritpreisbremse herangezogen werden, sind faire Preise
an den Zapfsäulen möglich”, stellt Grasslober fest.

Zwtl.: Tipps für das Osterwochenende

“Wer am Osterwochenende verreist, sollte frühestens am Donnerstag
-Nachmittag tanken, ab dann ist mit ersten Senkungen aufgrund der
Spritpreisbremse zu rechnen. Ob es am Freitag um 12 Uhr zu
Preissteigerungen kommt und in welchem Ausmaß, hängt von der
Entwicklung der zugrundeliegenden Preisnotierungen ab”, erklärt
Dominik Graf, Verkehrswirtschaftsexperte des Mobilitätsclubs.

Bei Reisen ins Ausland sollte man genau prüfen, ob es günstiger
ist, noch an einer heimischen Tankstelle oder erst im Zielort zu
tanken:

– In Ungarn und der Slowakei gelten die durch staatliche Eingriffe
günstigeren Preise üblicherweise nur für die jeweiligen
Staatsbürger:innen. Mit österreichischem Kennzeichen zahlt man meist
einen deutlich höheren Preis. Diese unzulässige Diskriminierung wurde
bereits von der EU-Kommission festgestellt.

– In Deutschland sind die Preise aktuell wie üblich deutlich höher
als in Österreich.

– Die Preise in Italien könnten aufgrund einer deutlichen
Steuersenkung aktuell sogar günstiger sein als an österreichischen
Tankstellen.

– Slowenien und Kroatien haben abseits von Autobahnen und
Schnellstraßen staatlich regulierte Höchstpreise, die üblicherweise
deutlich unter den österreichischen Durchschnittspreisen liegen.

– In Nachbarländern mit niedrigen Kraftstoffpreisen ist an den
Tankstellen in Grenznähe mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

– Allgemein empfiehlt es sich, nicht mit letzter Reserve zu
verreisen, da vereinzelt mit leergekauften Kraftstofftanks zu rechnen
ist. In Slowenien gilt deshalb auch eine maximale Abgabemenge von 50
Litern je Pkw.

Spritsparend fahren: Tipps, wie man durch die Fahrweise die
Geldbörse schonen kann, findet man auf der Website des
Mobilitätsclubs .