Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt die Initiative
von
Bundeskanzler Christian Stocker sowie weiterer europäischer
Regierungschefs, den EU-Emissionshandel (ETS) auf den Prüfstand zu
stellen. „Dass die Forderung nach einer Abflachung des derzeitigen
Reduktionspfads sowie nach einer Verlängerung kostenloser Zertifikate
nun auf höchster Ebene diskutiert wird, ist ein wichtiges Signal für
die energieintensive Industrie“, betont IV-Generalsekretär Christoph
Neumayer.
Im Rahmen des EU-Rats konnten bereits Fortschritte in der
Diskussion erreicht werden. Nun ist die Europäische Kommission am
Zug, bis spätestens Juli 2026 grundlegende und wirksame Vorschläge
vorzulegen. Die angekündigte Überprüfung des ETS muss rasch erfolgen
und konkrete Maßnahmen zur Dämpfung der CO2-Preisvolatilität sowie
zur Entlastung bei den Strompreisen beinhalten – ohne die
Investitionssignale für erneuerbare und CO2-arme Technologien zu
untergraben. „Die Kommission ist jetzt gefordert, rasch substantiell
zu entscheiden. Die Industrie braucht Planungssicherheit und
international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen“, so Neumayer.
Aus Sicht der IV braucht es eine realitätsnahe Weiterentwicklung
des Emissionshandels, die Klimaziele und Wettbewerbsfähigkeit in
Einklang bringt. Dazu zählen insbesondere Anpassungen am
Reduktionspfad, eine Verlängerung der freien Zuteilung von
Zertifikaten sowie Maßnahmen zur Vermeidung zusätzlicher Belastungen
durch hohe Energiepreise und den CO2-Grenzausgleich. Nur so kann
verhindert werden, dass industrielle Wertschöpfung aus Europa
abwandert und die Transformation erfolgreich gelingt.