KV Finance: Erste Verhandlungsrunde ergebnislos beendet

Wien (OTS) – Die erste Verhandlungsrunde für die rund 68.000
Angestellten des
Finanzsektors ging gestern, am 24. Februar, nach fünf Stunden
ergebnislos zu Ende. Seitens der Arbeitgeber wurde kein Angebot
vorgelegt. Von der Gewerkschaft GPA wurden die Forderungen der
Beschäftigten übergeben: Neben einer dauerhaften und linearen
Erhöhung der Mindestgehälter über der Inflationsrate umfasst dies
einen zusätzlichen persönlichen Freizeittag für gesundheitliche
Vorsorgemaßnahmen sowie das Recht auf Stundenaufstockung für
Teilzeitbeschäftigte.

„Alle bisher veröffentlichten Daten bestätigen dem Finanzsektor
das drittbeste Jahr seiner Geschichte. Gerade deshalb ist es
unverständlich, dass die Arbeitgeberseite einen Abschluss über der
Inflationsrate pauschal ausschließt“, betont Wolfgang Pischinger,
Chefverhandler der Gewerkschaft GPA und Zentralbetriebsrat der
OBERBANK. „Beide Seiten sind sich einig, dass es sich beim
Finanzsektor um keine Krisenbranche handelt. Trotzdem liegen die
Vorstellungen von einem fairen Abschluss weit auseinander“, so
Pischinger weiter.

Seitens der Arbeitgeber verwies man auf die Verantwortung des
Finanzsektors für die Stabilität der Gesamtwirtschaft, doch genau
dies spreche für eine Anerkennung der Leistung der Beschäftigten,
betont auch Anita Palkovich, Verhandlerin der Gewerkschaft GPA: „Wir
sehen nun erstmals einen leichten Aufschwung. Gerade in dieser
heiklen Phase wäre es zutiefst unverantwortlich Verunsicherung ohne
jede Grundlage zu schaffen.“

„Verantwortung zu zeigen bedeutet auch, sich an den tatsächlichen
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der eigenen Branche zu orientieren
und die Leistung jener Menschen, die diesen Erfolg erst möglich
machen anzuerkennen und zu honorieren: das sind unsere Kolleginnen
und Kollegen, die Jahr für Jahr top Ergebnisse erwirtschaften“, so
Pischinger und Palkovich abschließend.

In der nächsten Verhandlungsrunde am 17. März erwarte man sich
ein faires Angebot, das diese Leistung widerspiegelt.