Innsbruck (OTS) – Unter dem Motto „Achtung Gefahr“ hat der WWF am
Mittwoch mit einem
rund 20 Meter langen Banner am Landhausplatz gegen den Ausbau des
Kraftwerks Kaunertal protestiert. Aufgrund grober Sicherheitsmängel
appelliert die Naturschutzorganisation an den Landeshauptmann und
Tiwag-Eigentümervertreter Anton Mattle, die Stopptaste für das teure
Prestigeprojekt zu drücken. „ Sicherheit geht vor Profit. Solange
zentrale Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Naturgefahren
ignoriert oder nur unzureichend behandelt werden, muss Mattle den
Ausbau sofort stoppen „, sagt Kampagnensprecherin Marlis Knapp vom
WWF. Insbesondere im Bereich Geologie, Permafrost und
Gletscherrückgang bestehen erhebliche Lücken und eine große
Intransparenz des Konzerns.
Gerade in hochalpinen Regionen verschärft die Klimakrise die Risiken
zusätzlich. Das Auftauen von Permafrostböden sowie der
fortschreitende Gletscherrückgang können Hanginstabilitäten,
Felsstürze und andere Naturgefahren begünstigen. „Wer unter diesen
Bedingungen milliardenschwere Infrastruktur über mehrere Täler plant,
muss alle Risiken lückenlos prüfen und offenlegen. Alles andere ist
fahrlässig“, betont Marlis Knapp.
Sicherheit der Bevölkerung muss oberste Priorität haben
Die Tiwag will mit dem Ausbauprojekt Kaunertal vor allem ihre Profite
im internationalen Stromhandel erhöhen. Dafür soll das bislang
unberührte Platzertal mit einem 120-Meter-hohen Staudamm verbaut und
geflutet werden. Im taktisch verschobenen Endausbau des Projekts
sollen zudem 80 Prozent des Ötztaler Wassers abgeleitet werden, einem
der niederschlagsärmsten Täler Tirols. „Der Landeshauptmann muss den
Ausbau stoppen und unabhängige Untersuchungen im Kaunertal zu
Permafrost, Gletscherrückgang und deren Folgen beauftragen“, sagt WWF
-Expertin Marlis Knapp. Zugleich sollten endlich die seit Jahren
bekannten naturverträglichen Alternativen zum Kaunertal-Ausbau, wie
beispielsweise im Kühtai, umgesetzt werden.
Bilder von der großen Banner-Aktion hier .