Wien (OTS) – Erhebliche Ungereimtheiten und widersprüchliche Zahlen
in der
überbetrieblichen Berufsausbildung (ÜBA) deckte heute der FPÖ-
Sprecher für Lehrlinge, NAbg. Manuel Pfeifer, auf. Zwei
parlamentarische Anfragebeantwortungen der Regierung zu den Kosten
und Teilnehmerzahlen der ÜBA weisen massive Abweichungen auf, die
weder erklärt noch nachvollziehbar begründet werden. Für die FPÖ
werfen diese Widersprüchlichkeiten ernsthafte Fragen zur Transparenz
und zum sorgsamen Umgang mit rund 459 Millionen Euro an Steuergeld
auf.
„Es ist höchst bedenklich, wenn die Regierung bei einem so
wichtigen und kostenintensiven Thema wie der Lehrlingsausbildung
offensichtlich den Überblick verloren hat. Wir haben es hier mit
eklatanten Abweichungen zu tun, die sich nicht mit
Rundungsdifferenzen erklären lassen“, kritisierte Pfeifer. Als
Beispiel nannte er die Zahlen für die Steiermark, wo für denselben
Zeitraum einmal über 3.200 Teilnehmer ausgewiesen wurden, in einer
zweiten Beantwortung jedoch nur noch von knapp 900 die Rede war.
„Auch für Wien schwanken die offiziellen Zahlen zwischen 32.000 und
10.000 Teilnehmern. Ein derartiges Zahlen-Wirrwarr bei einem Projekt,
das fast eine halbe Milliarde Euro kostet, ist nicht akzeptabel und
zeugt von einem fragwürdigen Umgang mit Steuergeld.“
Die von Pfeifer aufgezeigten Fakten belegen ein tiefgreifendes
Problem bei der Datenerfassung. So weichen nicht nur die
Teilnehmerzahlen, sondern auch die ausgewiesenen Gesamtkosten in den
beiden Anfragebeantwortungen um fast 300.000 Euro voneinander ab.
„Die Regierung bleibt jede Erklärung schuldig, wie diese Unterschiede
zustande kommen. Es wird nicht dargelegt, welche Zählweise angewandt
wurde oder wie Mehrfachzählungen vermieden werden. Das bestätigt
leider die schon früher geäußerte Kritik des Rechnungshofes, der
ebenfalls mangelnde Transparenz und uneinheitliche Kennzahlen
bemängelt hat“, so Pfeifer.
Für den FPÖ-Lehrlingssprecher ist eine seriöse Bewertung der
Maßnahme auf dieser Datengrundlage unmöglich. Es sei völlig unklar,
wie viele Jugendliche die Ausbildung erfolgreich abschließen und
danach tatsächlich nachhaltig am Arbeitsmarkt Fuß fassen. „Es fehlen
zentrale Kennzahlen zur Effizienz. Wir wissen nichts über die
Abbruchquoten, die Gründe dafür oder über den Verbleib der
Absolventen“, erklärte Pfeifer.
Abschließend kündigte der FPÖ-Abgeordnete eine weitere,
vertiefende parlamentarische Anfrage an: „Wir fordern von der
Regierung eine lückenlose Aufklärung dieser Ungereimtheiten. Es
braucht eine transparente, konsistente und überprüfbare
Datengrundlage, um die Wirksamkeit der überbetrieblichen Ausbildung
endlich seriös bewerten zu können. Die Steuerzahler haben ein Recht
darauf, zu erfahren, ob ihr Geld hier effizient eingesetzt wird oder
im System versickert. Wir Freiheitliche werden hier hartnäckig
bleiben und für volle Aufklärung sorgen!“