Czernohorszky/Persy: „Augen auf beim Heringsschmaus!“

Wien (OTS) – Am Ende der Faschingszeit hat der traditionelle
Heringsschmaus wieder
Saison – aus Sicht des Tierschutzes ein Grund, um beim Einkaufen oder
Speisenbestellen genauer hinzusehen. „Starten Sie mit gutem Gewissen
in die Fastenzeit und setzen Sie mit der Wahl Ihres Fischgerichts ein
Zeichen für Tier- und Umweltschutz“, appelliert Tierschutzstadtrat
Jürgen Czernohorszky. Unterstützung dabei bietet der Ratgeber „Augen
auf beim Fischeinkauf!“ der Tierschutzombudsstelle Wien mit vielen
praktischen Hinweisen.

Fast acht Kilogramm Fisch konsumieren Menschen in Österreich pro
Jahr. Der Heringsschmaus gehört für viele fix zum kulinarischen
Jahresablauf. „In Zeiten heillos überfischter Heringsbestände in den
Ozeanen und hochtechnisierter Fangmethoden, die großes Leid bei den
Tieren verursachen, sollte diese Tradition zeitgemäßer gelebt
werden“, rät die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy.

Zwtl.: Kennzeichnung von Fischprodukten lückenhaft

Wie die Recherche der Tierschutzombudsstelle Wien zeigt, sind
Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Fischprodukten wie dem
Heringsschmaus kaum möglich. „Verarbeitete Produkte wie Konserven
oder Salate sind von der EU-Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Die
Rückverfolgbarkeit sowie das Treffen einer ethischen Kaufentscheidung
sind daher viel schwieriger“, so Persy. Auch in der Gastronomie
fehlen verpflichtende Kennzeichnungen zur Herkunft und zur Fang- bzw.
Produktionsmethode von Fisch bzw. zu den Haltungsbedingungen bei
tierischen Produkten generell. Persy: „Hier sind daher umso mehr die
Konsument*innen gefragt, die mit ihrem Verhalten und ihrer Wahl einen
Unterschied machen können.“

Tipps für einen verantwortungsvollen Heringsschmaus:

– Heringsschmaus 2.0: Probieren Sie eine pflanzliche Alternative zum
traditionellen Fischgericht! Es gibt eine Fülle an Varianten und
Möglichkeiten. „Die Fastenzeit ohne Tierleid einzuläuten, ist kein
Verzicht, sondern ein Plus für Tier, Umwelt und Gesundheit“, so
Persy.

– Bereiten Sie Ihr Fischgericht selbst zu und orientieren Sie sich am
Ratgeber „Augen auf beim Fischeinkauf“ der Tierschutzombudsstelle
Wien.

– Fragen Sie im Restaurant gezielt nach der Herkunft des verwendeten
Fisches. Weitere Tipps und Hilfestellung für die Auswahl des Lokals
bietet der Gastrosiegel-Guide der Tierschutzombudsstelle Wien.

Zwtl.: Stadt Wien: Strenge Kriterien beim Einkauf

Auch die Stadt Wien achtet beim Lebensmitteleinkauf auf hohe
Standards: Für die Essensversorgung in Schulen, Spitälern, Pensionist
*innenwohnhäusern und anderen städtischen Einrichtungen werden
vorrangig Fischarten beschafft, deren Bestand laut unabhängiger
Empfehlungsliste nicht gefährdet ist bzw. deren Fang oder Zucht
möglichst schonend für Tiere und Umwelt erfolgt.

„Mit unserem Lebensmittelaktionsplan und unserem Programm ÖkoKauf
Wien sind wir Vorreiter in der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung
von Lebensmitteln, die zu Klima- und Umweltschutz und natürlich für
das Tierwohl einen Beitrag leisten. Als öffentliche Verwaltung haben
wir hier eine besondere Verantwortung. Wichtig ist mir jedoch zu
sagen, dass jede und jeder Einzelne an jedem Tag des Jahres mit der
Wahl der Lebensmittel und Speisen in Einkaufskorb, Kantine oder Lokal
einen Unterschied machen kann“, so der abschließende Appell von
Stadtrat Czernohorszky.

Die Einkaufsratgeber der Tierschutzombudsstelle Wien stehen hier
kostenfrei zum Download bereit und sind als gedruckte Broschüre in
der Stadtinformation im Rathaus , Friedrich Schmidt-Platz 1, 1010
Wien, Montag bis Freitag von 7:30 bis 17 Uhr erhältlich.