Wien (OTS) – Der Emmentaler steht im Mittelpunkt eines europäischen
Gerichtsverfahrens und Österreich ist nun offiziell Teil davon. Im
sogenannten „Emmentalerverfahren“ hat das Europäische Gericht (EuG)
Österreich als Streithelfer zugelassen. Damit kann Österreich nun
klare Stellung im Rechtsstreit rund um den traditionsreichen Käse
beziehen.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont: „ Mit der Zulassung
als Streithelfer der Kommission zum Verfahren vor dem Europäischen
Gericht sind wir unserem Ziel ein Stück näher, dass es auch in
Zukunft Emmentaler aus Österreich geben kann. Denn es geht um
Arbeitsplätze, um Wertschöpfung im ländlichen Raum und um
Rechtssicherheit für unsere bäuerlichen Familienbetriebe.“
Auslöser für das Verfahren war der Antrag der Schweiz, den Namen
„Emmentaler“ als geschützte Ursprungsbezeichnung exklusiv für sich zu
beanspruchen. Nachdem die Europäische Kommission dieser Forderung
eine Absage erteilt hatte, brachte die Schweiz eine Klage beim EuG
ein. Österreich beantragte daraufhin auf Initiative von
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig die Beteiligung an dem
Verfahren, um die Kommission als Streithelfer zu unterstützen.
Neben Österreich sind auch Deutschland, Frankreich und die
Niederlande als Mitgliedstaaten am Verfahren beteiligt. Zusätzlich
wurden auch mehrere Interessenvertretungen zugelassen und zur
Stellungnahme aufgefordert. Emmentaler wird in Österreich seit mehr
als 90 Jahren hergestellt. Allein im Jahr 2023 wurden hierzulande
mehr als 13.700 Tonnen des beliebten Hartkäses produziert. Sollte
sich die Schweizer Klage durchsetzen, hätte das gravierende Folgen.
Emmentaler aus Österreich dürfte künftig nicht mehr unter diesem
Namen verkauft werden.
Nächster Schritt: Stellungnahme beim Europäischen Gerichtshof
In den kommenden Monaten werden die zugelassenen Parteien ihre
Stellungnahmen beim Europäischen Gerichtshof einbringen. Norbert
Totschnig : „Der Emmentaler ist kein exklusives Schweizer Kulturgut,
sondern ein fester Bestandteil der europäischen und insbesondere der
österreichischen kulinarischen Tradition. Ich werde mich weiter dafür
einsetzen, dass es auch künftig Emmentaler aus Österreich gibt.“