Wien (OTS) – Dieses Wochenende ging die 30. UN-Weltklimakonferenz
(COP30) im
brasilianischen Belém zu Ende. Mit der Veröffentlichung des
Abschlussdokuments wurde deutlich, dass die internationale
Staatengemeinschaft weit hinter dem zurückbleibt, was angesichts der
eskalierenden Klimakrise notwendig wäre. SPÖ-EU-Abgeordneter Günther
Sidl zeigt sich enttäuscht von den Ergebnissen: „Diese Klimakonferenz
war die historische Chance, zehn Jahre nach Paris endlich vom Reden
ins Handeln zu kommen. Doch statt eines kraftvollen Sprungs nach
vorne blieb am Ende nur ein kleiner Hüpfer. Angesichts der
dramatischen Lage, in der sich unser Planet bereits befindet, ist das
nicht nur enttäuschend, sondern erschreckend. Wir stehen in der
Verantwortung, künftigen Generationen eine bewohnbare Erde zu
hinterlassen. Der Ausgang dieser Konferenz bietet dafür keine
Garantie. Die Ambitionen der Staaten zur Reduktion von CO₂ sind
weiterhin viel zu gering. Besonders enttäuschend ist, dass es nicht
gelungen ist, einen verbindlichen Fahrplan für den Ausstieg aus
fossilen Energieträgern festzuschreiben. Wir können keinen
lebenswerten Planeten versprechen und gleichzeitig weiter ‚drill,
baby, drill‘ rufen.“ ****
Sidl weiter: „Ich hoffe, dass die Gespräche vor Ort und der
Austragungsort im Herzen des Amazonas zumindest bei manchen
politischen Entscheidungsträgern aus Europa ein Umdenken ausgelöst
haben. Wer gesehen hat, was dort auf dem Spiel steht, sollte
aufhören, den Schutz unserer Wälder zu bekämpfen und die EU-
Entwaldungsverordnung weiter auszuhöhlen. Wo eigentlich Fortschritt
dringend nötig wäre, erleben wir derzeit Blockaden von konservativer
Seite. Zentrale Klimaschutzgesetze wie das Lieferkettengesetz und
verbindliche Klimaziele wurden bereits massiv geschwächt.
Gleichzeitig wird mit Hochdruck daran gearbeitet, weitere tragende
Säulen des europäischen Green Deal – wie das Verbrenner-Aus und die
Entwaldungsverordnung – zu untergraben. Wenn wir wollen, dass der
Rest der Welt im Kampf gegen die Klimakrise vorankommt, dann muss
Europa selbst vorangehen. Wir müssen das Zugpferd sein, das andere
mitzieht, statt die Bremse, die Fortschritt verhindert.“ (Schluss) mw