Wien (OTS) – Ayo ist neun Jahre alt. Die Schule kennt sie nur aus
Erzählungen.
Gerne würde sie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Doch stattdessen
muss Ayo jeden Tag auf dem lokalen Markt in Lagos in Nigeria schwere
Lasten schleppen, um Geld nach Hause bringen. Denn ohne die paar
Naira, die die Neunjährige von den dortigen Marktverkäufern bekommt,
könnten ihre Eltern ihre beiden anderen Geschwister nicht ernähren.
Nairas Geschichte ist eine von 138 Millionen. Denn laut Schätzungen
der Internationalen Arbeitsorganisation ILO sind weltweit 138
Millionen Mädchen und Buben im Alter zwischen 5 und 17 Jahren von
Kinderarbeit betroffen. Davon arbeiten an die 54 Millionen in
besonders gefährlichen Bereichen.
Bildung ist ein Menschenrecht
Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt setzt
sich seit ihrer Gründung vor 28 Jahren weltweit für die Rechte der
Kinder ein. Der Kampf gegen Kinderarbeit bildet dabei eine zentrale
Säule. „Gemeinsam mit langjährigen Partnerinnen und Partnern vor Ort
leistet Jugend Eine Welt wichtige Aufklärungsarbeit, holt Kinder, die
für ihr tägliche Überleben schuften müssen, von der Straße und
ermöglicht ihnen eine qualitätsvolle Schul- und Berufsausbildung.
Jugend Eine Welt gewährleistet somit, dass die Rechte der Kinder, wie
zum Beispiel jenes auf Bildung, eingelöst werden. Denn kein Kind soll
arbeiten müssen, schon gar nicht, um damit unseren Wohlstand in
Österreich zu finanzieren“ , erinnert Reinhard Heiserer,
Geschäftsführer von Jugend Eine Welt , anlässlich des
„Internationalen Tag der Kinderrechte“ am 20. November. Seine
Forderung: Duldet keine Kindersklaven für unser Wohlstandsleben in
Österreich!
Kinderarbeit hat unterschiedliche Gründe
Kinderarbeit hat vielfältige Ursachen, an allererster Stelle steht
Armut. Kinder müssen zum mageren Familieneinkommen beitragen oder im
Familienbetrieb bzw. Haushalt mithelfen. Viele Kinder sind aufgrund
des Todes oder der Krankheit ihrer Eltern dazu gezwungen, für sich
selbst und ihre Geschwister zu sorgen. Andere fliehen aus
gewalttätigen Familien.
Kinderarbeit tritt auch häufig auf, wenn Familien durch Krieg,
Migration oder Umweltkatastrophen entwurzelt werden bzw. wenn
Bildungseinrichtungen zerstört, unerreichbar oder unerschwinglich
sind. „Eine weitere Ursache von Kinderarbeit ist Diskriminierung:
Leider wird Mädchen in vielen Gesellschaften immer noch weniger Wert
beigemessen als ihren Brüdern. Sie werden früher aus der Schule
genommen und von klein auf als Arbeitskraft eingesetzt bzw. oftmals
schon in jungen Jahren (zwangs-)verheiratet“ , erzählt Heiserer.
„Auch Kinder, die diskriminierten Minderheiten angehören,
beispielsweise ethnischen oder religiösen Gruppen, werden oftmals vom
offiziellen Bildungssystem ausgegrenzt. Nicht vergessen werden darf,
dass Kinderarbeit für viele ein gutes Geschäft ist, von dem sie
profitieren – allen voran Unternehmen, die Kinder und Jugendliche
schlecht bezahlen und ohne Vertrag beschäftigen.“
Jugend Eine Welt ermöglicht Schulbildung
Die UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 von der Generalversammlung
der Vereinten Nationen verabschiedet wurde, ist das wichtigste
internationale Abkommen zum Schutz von Kindern. Sie garantiert allen
Kindern – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion – die
gleichen Rechte auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Ein zentraler
Bestandteil der Konvention sind 10 grundlegende Rechte, die den
Schutz von Kindern besonders in den Vordergrund stellen – unter
anderem das Recht auf Bildung und das Recht auf Schutz vor Ausbeutung
und Kinderarbeit. „Erst kürzlich erzählte mir unser Projektpartner
aus Lagos in Nigeria von einem Buben, der abends unter ein
Wellblechdach kriecht, um trocken zu bleiben. Der Bub ist eines von
geschätzt Hunderttausend Kindern, die in der nigerianischen
Millionenstadt auf der Straße leben müssen. Sie träumen davon, die
Schule besuchen zu können. In der Realität kämpfen sie allerdings
täglich ums Überleben“ , so Heiserer.
Das von Jugend Eine Welt finanzierte Don Bosco-Kinderschutzzentrum in
Lagos bietet Straßenkindern den nötigen Schutz, die Ruhe und in
weiterer Folge die Chance wichtige Schulbildung zu erhalten – ganz
nach dem SDG 4, dem 4. Entwicklungsziel der Vereinten Nationen (17
Sustainable Development Goals), welches qualitätsvolle Bildung als
wichtiges Ziel definiert. „Das Kinderschutzzentrum in Nigeria steht
beispielhaft für unsere weltweite Arbeit mit Straßenkindern und
arbeitenden Kindern. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende weiterhin
für die Rechte der Kinder zu kämpfen. Denn Bildung ist mehr als der
Besuch einer Schule – sie ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten
Leben und zu nachhaltiger Entwicklung“ , so der Jugend Eine Welt-
Geschäftsführer abschließend.
Initiative „Kinderarbeit stoppen“
Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt setzt
sich seit Jahren – als Mitglied der Initiative „Kinderarbeit
stoppen“, der auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar,
FAIRTRADE Österreich, Solidar Austria (ÖGB), Kindernothilfe
Österreich und Butterfly Rebels angehören – für ein starkes
europäisches Lieferkettengesetz ein, das dazu beiträgt, Kinderarbeit
und andere Menschenrechtsverletzungen wirksam zu stoppen.
Weiterführende Informationen zu „Kinderarbeit stoppen“ finden Sie
unter www.kinderarbeitstoppen.at .
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!
Detaillierte Informationen zum Thema Kinderarbeit finden Sie unter
www.jugendeinewelt.at/kinderarbeit .