Wien (OTS) – Am 14. Langen Tag der Flucht setzte ein breites Line-Up
ein lautes
Zeichen für Solidarität und Zusammenhalt am Platz der Menschenrechte
in Wien. Veranstaltet wurde das Konzert von der Caritas und der UN-
Flüchtlingsorganisation UNHCR Österreich. Mit dabei waren der mumok
Frauenchor, Schauspielerin Valerie Huber, der Chorus Juventus der
Wiener Sängerknaben, zahlreiche Geflüchtete und mehr als 100
Freiwillige und Passant*innen. Caritasdirektor Klaus Schwertner:
„Geht es in den öffentlichen Debatten um die Themen Flucht, Asyl und
Migration, dann werden radikale und populistische Töne immer lauter.
Der Sound wird härter. Immer mehr politisch Verantwortliche stellen
das Recht auf Asyl, stellen Menschen-, Grund und Freiheitsrechte ganz
unverhohlen in Frage. Wir sind überzeugt: Wenn der Schutz der
Menschenrechte politische Vorhaben verhindert, dann sind nicht die
Menschenrechte das Problem – sondern jene Vorhaben, die Geflüchteten
den Zugang zu Schutz vor Krieg und Verfolgung immer stärker
erschweren sollen. Wir dürfen nicht zulassen, dass radikale Töne
unsere Herzen verschließen und die Debatten vergiften. Es ist beides
möglich: Wir können Grenzen sichern und gleichzeitig Menschen
schützen. Unser Plädoyer lautet, diesen Weg tunlichst im Einklang mit
geltendem Recht einzuschlagen.“
Langer Tag der Flucht ermöglicht Begegnung abseits von
Polarisierung
In ganz Österreich finden heute Veranstaltungen zu den Themen
Flucht, Asyl und Integration statt. Der Lange Tag der Flucht, unter
der Schirmherrschaft von UNHCR, ermöglicht Austausch, Information und
Begegnung abseits von Polarisierung. Ruth Schöffl, Sprecherin von
UNHCR Österreich, betont: „Der ‚Lange Tag der Flucht‘ schafft eine
Plattform jenseits von politischen Debatten. Hier begegnen sich
Menschen mit und ohne Fluchterfahrung und erleben inspirierende
Projekte, die Stärke und Solidarität in unserer Gesellschaft zeigen.
122 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht – so viele wie
nie zuvor. Angesichts der internationalen Lage und dramatischer
Kürzungen internationaler Hilfen ist unser Einsatz für Menschenrechte
heute wichtiger denn je.“
POP-UP Chor singt gegen raue Töne der Politik
Mit dem POP-UP Chor setzen Caritas und UNHCR bewusst ein Zeichen
gegen die zunehmende Tonverschärfung in der Flucht- und
Migrationsdebatte. Die Beteiligten wollen zeigen, dass Musik Grenzen
überwindet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Der mumok
Frauenchor verbindet, unter der Leitung von Diana Rasina, Stimmen und
Kulturen verschiedenster Herkunft. Gemeinsam wurden heute Lieder aus
verschiedenen Ländern in der jeweiligen Landessprache gesungen – um
Vielfalt hörbar zu machen und zugleich Brücken über sprachliche und
kulturelle Grenzen hinweg zu bauen. Rasina: „Ich erlebe immer wieder,
wie Musik Grenzen überwindet, Menschen zusammenbringt, Vorurteile
abbaut und Mut schenkt. Beim Langen Tag der Flucht ist es mir ein
Herzensanliegen, einen Raum zu schaffen, in dem Stimmen hörbar
werden, Gemeinschaft spürbar ist und wir alle ein Stück mehr
Menschlichkeit leben können.“
Unterstützt wurde der POP-UP Chor von Schauspielerin Valerie
Huber: „Die Themen Flucht und Migration sind heute wichtiger denn je.
Denn mit fortschreitendem Klimawandel und ausbreitenden Kriegen, sind
noch mehr Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Es ist
wichtig, dass wir alle hinsehen und Verantwortung übernehmen. Es geht
im Kern um etwas Simples: Wir müssen zurückkehren zu Solidarität und
Menschlichkeit und jenen, die Hilfe suchen, Schutz bieten.“
Caritas: Zusammenleben fördern statt Alarmismus
Die Caritas betont: „Herausforderungen bei Migrations- und
Integrationsfragen dürfen nicht kleingeredet werden. Aber sie dürfen
niemals als Grundlage dienen, wesentliche Rechte auszuhebeln.
Stattdessen braucht es besonnene, sachliche Lösungen, die
schutzsuchende Menschen nicht sich selbst überlassen – durch sichere
Fluchtwege und gezielte Resettlement-Programme.“ Schwertner ergänzt
mit Blick auf Österreich: „Anstatt Alarmismus und Notstandsrhetorik
zu befeuern, sollten politisch Verantwortliche faktenbasierte und
sachliche Maßnahmen setzen – etwa durch den weiteren Ausbau der
Deutschförderung, Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt,
aber auch eine integrationsfördernde Residenzpflicht andenken. Ob
Integration gelingt, hängt sowohl von der Bereitschaft der
Ankommenden ab, als auch wesentlich von der Bereitschaft der
Aufnahmegesellschaft, gute Voraussetzungen zu schaffen. Klar ist: Wir
brauchen den Weg raus aus Generalverdacht und Vorurteilen, gerade im
Blick auf gelebte Integration. Werte wie Menschenwürde und Respekt
müssen im Alltag spürbar sein, nicht nur auf dem Papier. Die Debatte
über gesellschaftliche Werte darf nicht als politischer Kampfbegriff
geführt werden.“
Das vollständige Programm zum Langen Tag der Flucht finden Sie
unter: https://www.langertagderflucht.at/.