Wien (OTS) – Mit der Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“
bereitet sich Wien
auf den steigenden Wasserbedarf in den kommenden Jahrzehnten vor.
Große Zukunftsprojekte wie etwa der weltweit größte geschlossene
Trinkwasserspeicher in Neusiedl/Steinfeld sind bereits in Umsetzung.
Auf der Donauinsel starten nun die Vorarbeiten für ein weiteres
Leuchtturm-Projekt für eine sichere Wasserversorgung: Zwischen
Nordbrücke und Steinitzsteg entsteht bis 2030 ein neues Wasserwerk,
das bis zu 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern kann.
„Mit dem hochmodernen Wasserwerk Donauinsel erhöhen wir die
Versorgungssicherheit für ganz Wien“, sagt Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky. Die Erhöhung der verfügbaren Wassermenge und der
Speicherkapazitäten sind zwei Grundpfeiler für eine an den
Klimawandel und das Bevölkerungswachstum angepasste Infrastruktur.
„Mit unserer Strategie „Wiener Wasser 2050“ arbeiten wir konsequent
daran, dass unsere Wasserversorgung langfristig sicher ist. Wir
treffen jetzt die notwendigen Maßnahmen, damit auch für die nächsten
Generationen zu jeder Zeit bestes Wasser da ist“, betont
Czernohorszky.
„Die Wassermenge, die wir in Zukunft benötigen, wird vom
Bevölkerungswachstum und vom Klimawandel beeinflusst. Wir können
bereits einen Anstieg des Gesamt-Wasserverbrauches in Wien
beobachten. Für die Versorgungssicherheit an Tagen mit
Spitzenverbrauch ist es daher zentral, dass wir bei Quellen und
Grundwasserbrunnen mehr Wasser ständig verfügbar machen. Daher
starten wir im Frühjahr 2026 mit dem Bau des Wasserwerks Donauinsel.
Darüber hinaus planen wir aktuell einen zusätzlichen Rohrstrang von
der Höllbachquelle im Hochschwabgebiet“, so Wiener-Wasser-Chef Paul
Hellmeier. Nach einer Prognose von Wiener Wasser wird der
durchschnittliche Wasserbedarf von aktuell 400.000 bis 2050 auf etwa
450.000 Kubikmeter pro Tag zunehmen.
Zwtl.: Kooperation mit Universitäten
Das Wasserwerk liefert künftig 1.000 Liter Trinkwasser pro
Sekunde. Zum Größenvergleich: Das entspricht 18.000 gefüllten
Badewannen in der Stunde. Das Wasser wird aus 17 Grundwasser-Brunnen
in den Schutzgebieten Donauinsel und Nußdorf entnommen.
Das Wasserwerk enthält eine Aufbereitungsanlage, in der das
Wasser mehrfach gefiltert wird – ähnlich wie der Berg das
Hochquellwasser reinigt. Anschließend wird das Wasser mittels UV-
Licht desinfiziert. Für eine Aufbereitung nach dem neuesten Stand der
Technik kooperiert Wiener Wasser mit mehreren Universitäten. Das
Wasserwerk wird ab dem Frühjahr 2026 gebaut. Mit Hilfe einer
Pilotanlage werden einzelne Verfahrensschritte bereits während der
Errichtung getestet. Nach vier Jahren Bauzeit soll bestes Trinkwasser
ins Wiener Rohrnetz fließen. Der Bau wird begrünt, damit er sich gut
in die Umgebung einfügt.
Zwtl.: Notwendige Verkehrsmaßnahmen auf der Donauinsel
Um sicher bauen zu können, werden die Fußgänger*innen und
Radfahrer*innen künftig auf der Donauinsel umgeleitet. Ab Anfang
Oktober 2025 wird auf der Seite der Neuen Donau der Treppelweg
zwischen Georg-Danzer-Steg (U6-Brücke) und Nordbrücke verbreitert und
hochwassersicher ausgebaut. Ab Frühjahr 2026 werden die Radfahrer*
innen und Fußgänger*innen über die bestehenden und ausgebauten Wege
umgeleitet. Der bisherige Hauptweg ist dann gesperrt und für den
Baustellenverkehr reserviert.
Zwtl.: Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“ Neu: 120 Millionen
pro Jahr für sichere Wasserversorgung
Mit dem Wasser aus den Quell- und Schutzgebieten verfügt Wien
über die besten Voraussetzungen für die Wasserversorgung einer
Millionenstadt. Um die Versorgung trotz der Herausforderungen
Bevölkerungswachstum und der Klimawandel zu sichern, haben
Bürgermeister Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky
die Strategie „Wiener Wasser 2050“ im Jahr 2022 präsentiert.
Nach drei Jahren ist bereits ein Drittel der Maßnahmen
erfolgreich umgesetzt, ein weiteres Drittel befindet sich in
Umsetzung. Die Strategie wurde daher umfassend aktualisiert und
weitere Maßnahmen für eine sichere und klimafitte Wasserinfrastruktur
festgelegt. Grundlage dafür ist ein Risikomanagementsystem. Dabei
geht es vor allem darum, Risiken zu identifizieren und zu bewerten.
So kann schnell auf neue Rahmenbedingungen reagiert werden.
Laut Prognosen wird Wien bis zum Jahr 2050 von derzeit rund 2
Millionen auf rund 2,3 Millionen Einwohner*innen wachsen. Zudem
werden in Wien mehr heiße Tage und längere Hitzewellen erwartet.
Langanhaltende Hitzewellen bedeuten für Wasserversorgungsunternehmen
meist Spitzenverbräuche. Gleichzeitig führt der Klimawandel verstärkt
zu Extremwetterereignissen wie Dürre und Starkregen. Das kann die
Verfügbarkeit von Wasser beeinträchtigen.
Um die Versorgungssicherheit langfristig zu sichern, investiert
die Stadt Wien daher jährlich rund 120 Millionen Euro in die
Infrastruktur. Diese Investitionen stärken die Daseinsvorsorge und
den Wirtschaftsstandort Wien.
Zwtl.: Neue Maßnahmen: Erneuerung der Düker und Wasserqualitätslabor
Mit der überarbeiteten Trinkwasser-Strategie legt Wien einen
verstärkten Fokus auf die Instandhaltung der II. Hochquellenleitung.
„Wir haben die Düker entlang der II. Hochquellenleitung evaluiert und
setzen auf die schrittweise Sanierung“, erklärt Hellmeier. Auf
Grundlage des risiko-basierten Ansatzes erfolgt nun die Planung der
Erneuerung der ersten vier priorisierten Düker (Druckleitungen).
Bis Ende 2029 wird zudem das Betriebslabor von Wiener Wasser neu
gebaut. „In Wien legen wir hohen Wert auf die hervorragende Qualität
unseres Trinkwassers. Mit dem Bau eines neuen Wasserqualitätslabors
von Wiener Wasser werden höchste Standards bei Hygiene und Sicherheit
für die Wiener*innen garantiert“, betont Czernohorszky.
Zwtl.: Trinkwasser-Transportleitungen werden saniert und erweitert
„Wiener Wasser 2050“ umfasst den gesamten Weg des Wiener
Trinkwassers – von der Wassergewinnung bis zu den Haushalten. Neben
der Erhöhung der verfügbaren Wassermenge und dem Ausbau der
Wasserbehälter bilden daher die Sanierung und Erweiterung des Wiener
Rohrnetzes den dritten Grundpfeiler.
Das Trinkwasser wird mittels überregionaler Transportleitungen
auf das gesamte Stadtgebiet verteilt. Um Stadtentwicklungsgebiete mit
Hochquellwasser versorgen zu können, müssen Leitungen früh genug
geplant und verlegt werden. Zusätzlich werden jährlich ca. 40
Kilometer der Rohrleitungen in Wien erneuert.
Ab April 2026 entsteht in Floridsdorf eine neue Leitung vom
Haspingerplatz über die Brünner Straße bis zum Wasserbehälter
Bisamberg. Die Leitung dient der Bewirtschaftung des Behälters und
verbessert die überregionale Wasserversorgung. Dieser Großinvestition
mit einem Kostenrahmen von rund 39 Millionen Euro hat der zuständige
Gemeinderatsausschuss für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal
gestern, Mittwoch, einstimmig die Zustimmung erteilt. Die finale
Beschlussfassung erfolgt in der Gemeinderatssitzung am 22. Oktober.
Zwtl.: Wasserbehälter: Erhöhung des Speichervolumens um mehr als 400
Millionen Liter Wasser
In 31 Wasserbehältern (29 in Wien, 2 in Niederösterreich) werden
derzeit rund 1,6 Milliarden Liter Wasser gespeichert. Um die
Speicherkapazität zu erhöhen, werden weitere Wasserbehälter saniert
und ausgebaut. Anfang 2025 startete die Erweiterung des
Wasserbehälters in Neusiedl am Steinfeld in Niederösterreich. Im
Endausbau können dort bis zu einer Milliarde Liter Wasser gespeichert
werden. Damit entsteht hier der weltweit größte geschlossene
Trinkwasserbehälter. Aktuell läuft zudem die Planung für die
Erweiterung des Wasserbehälters Liesing. Insgesamt steigt das
Speichervolumen der Stadt Wien auf mehr als 2 Milliarden Liter
Wasser.
Alle Infos zur Trinkwasser-Strategie unter: wien.gv.at/wienwasser
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter
https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)