EU muss bei der Entwaldungsverordnung (EUDR) dringend handeln

Wien (OTS) – Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs begrüßt
die Forderungen
von Bundesminister Mag. Norbert Totschnig am Rande der Sitzung des
Europäischen Rats für Landwirtschaft und Fischerei am 22. September
2025, die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) zu verschieben und
inhaltlich zu überarbeiten. „Wir danken Bundesminister Totschnig für
seine verlässliche Unterstützung in Sachen EUDR“, erklärt Dr.
Erlfried Taurer, Obmann des Fachverbands der Holzindustrie
Österreichs, und fordert: „ Die Europäische Kommission muss ihren
Sonntagsreden zu Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau endlich
konkrete Taten folgen lassen. Europa verliert bei den technologischen
und wirtschaftlichen Zukunftsthemen gegenüber den USA und China den
Anschluss. Die Zukunft wird in Asien und Amerika gestaltet, während
wir uns in Europa in den moralisch hochwertigsten Regulierungspaketen
verlieren. “ Die EUDR ist dafür eines der anschaulichsten Beispiele.

Zwtl.: EUDR nicht umsetzbar und überflüssig

„Entwaldung findet auf anderen Kontinenten statt. Aber unsere
Unternehmen müssen in jedem Verarbeitungsschritt – vom Rohstoff über
Zwischenprodukte bis hin zum Endprodukt – dokumentieren, dass
ursprünglich keine Entwaldung stattgefunden hat. Die Unternehmen
müssen sich permanent freibeweisen“, erklärt Taurer und fährt fort: „
Nach über zwei Jahren Arbeit an der Umsetzung der EUDR ist nach wie
vor keine rechtssichere und wirtschaftliche Umsetzung möglich. Mitten
in dramatischen wirtschaftlichen Umbrüchen gefährdet die EU die
robusteste und nachhaltigste Wertschöpfungskette Holz und ihre 17
Millionen Arbeitsplätze mit unerfüllbaren und unnötigen
Anforderungen. Dem Problem der globalen Entwaldung kann mit
alternativen Maßnahmen begegnet werden. Wir fordern, die EUDR nicht
mit Jahreswechsel anwenden zu müssen, sondern eine erneute
Verschiebung und inhaltliche Korrektur oder – noch besser – eine
komplette Abschaffung. “

Zwtl.: EUDR weiterer Inflationstreiber

Besonders für Österreich erwartet Obmann Taurer zusätzliche
negative Auswirkungen: „ Unsere Inflationsrate ist mit 4 Prozent
doppelt so hoch wie im EU-Durchschnitt. Die massiven Kosten zur
Einführung und zum Betrieb der EUDR werden unsere Mitglieder in ihren
Preisen abbilden müssen, was am Ende Kundinnen und Kunden spüren
werden. “ Eine Studie aus Finnland beziffert die Kosten für die
Einführung allein dort auf über 200 Millionen Euro und 65 Millionen
Euro laufend pro Jahr. Eine Umfrage des Hauptverbandes der Deutschen
Holzindustrie (HDH) geht von Kosten in Höhe von 1,8 Milliarden Euro
aus, um die EUDR einzuführen, und von weiteren 1,2 Milliarden Euro
für den jährlichen Betrieb. Europaweit droht ein Milliardengrab ohne
Mehrwert. “ Es gibt mit der EUTR längst eine in Europa gültige
Verordnung über den Handel mit Holz, die verhindert, dass illegales
Holz auf den Markt kommt. Es braucht keine zusätzliche neue
Verordnung, die zu sinnloser Bürokratie führt “, so Taurer
abschließend.

Zwtl.: ÜBER UNS

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs vertritt die
Interessen von mehr als 1.300 holzverarbeitenden Unternehmen in der
Bauprodukt-, Möbel-, Platten-, Säge- und Skiindustrie sowie in
weiteren holzverarbeitenden Betrieben wie der Palettenherstellung.
Die Unternehmen der Holzindustrie stellen mit rund 25.600
Beschäftigten Produkte im Wert von 9,28 Milliarden Euro her und
erwirtschaften einen Außenhandelsüberschuss von 1,39 Milliarden Euro.
Innerhalb der Wertschöpfungskette Holz ist die Holzindustrie ein
Schlüsselsektor und Ausgangspunkt für viele weitere
Verwendungsmöglichkeiten für Holz. Entlang der Wertschöpfungskette
Forst- und Holzwirtschaft sind mehr als 320.000 Menschen beschäftigt,
besonders in den ländlichen Regionen. Die Holzindustrie ist ein
unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Wirtschaft.

Weitere Informationen zur Holzindustrie Österreichs finden Sie im
aktuellen Branchenbericht .