Linz (OTS) – Physisch angenehmen soll er sein, der von der Regierung
euphemistisch
„Gruppenhaltung Neu“ titulierte Mindeststandard in der
Schweinehaltung ab 2034 (bzw. 2038 für „Härtefälle“). Aber physisch
angenehm ist er nicht und auch kein Ende des Vollspaltenbodens. Es
sind weiterhin auf der gesamten Bodenfläche scharfkantige
Betonspalten, weiterhin gibt es kein Stroh und weiterhin herrscht
extremer Platzmangel mit nur 0,65 m² für ein 85 kg schweres Schwein.
Eine Tierschützerin in Linz hat jetzt diese neue Haltungsform am
eigenen Leib getestet. Seit gestern Samstag früh verbrachte sie 24
Stunden darauf, mit 0,65 m² Platz.
Am Ende der 24 Stunden berichtete Tierschützerin Vivi: „Mir tut
wirklich alles weh. Wirklich alles. Ich habe mir die ganze Zeit
einfach mehr Platz und irgendetwas Weiches gewünscht, wie
beispielsweise Stroh. Irgendetwas, damit ich diesem Betonboden kurz
entkommen kann!“
Während die Strohhaltung von Schweinen bei der Familie Hubmann in
St. Pölten Land massiv behördlich bekämpft wird, verurteilt man die
Schweine Österreichs zu einer Haltung, die nach nur 24 Stunden am
ganzen Körper schmerzt. Und das, obwohl die Verordnung zur
Schweinehaltung einen physisch angenehmen Boden vorschreibt. Leider
zeigt sich, dass man hierzulande nicht nur das Wohlergehen unserer
Nutztiere ignoriert, sondern auch den Rechtsstaat, wenn es um Tiere
geht. Der Vollspaltenboden, der jetzt für immer festgeschrieben
wurde, ist eine extreme Tierquälerei!