Generation Z zwischen Zukunftsangst und Leistungsdruck

Wien/Berlin (OTO) – „Die Jugend ist unentschlossen, zu weich, nicht
belastbar“ – so
lauten viele Vorwürfe gegenüber der Generation Z. Doch aktuelle
Studien zeichnen ein anderes Bild: Laut der Jugend in Deutschland-
Studie 2024 geben drei Viertel der Befragten an, deutliche
Zukunftsängste zu haben. Gleichzeitig steigt der Druck, schon in
jungen Jahren Leistung zu erbringen und den eigenen Platz in einer
immer komplexeren Gesellschaft zu behaupten.

Wie gehen junge Menschen mit diesen Vorurteilen, Erwartungen und
Ängste um? Und welche Alternativen gibt es jenseits von Konkurrenz,
Leistungsdruck und Hierarchien?

Einladung zur LIVE-Tagung: „Gen Z: Interessiert – Frustriert –
Dressiert?! Von Jugendlichen im patriarchalen Zirkus und ihren
matriarchalen Möglichkeiten“

Datum: Samstag, 4. Oktober 2025
Ort: WIENER URANIA – Uraniastraße 1, 1010 Wien, Austria

Neben Vorträgen von renommierten Referent:innen wird auch im Open
-Space mit viel Raum für Diskussionen und kreative Beiträge der
Teilnehmenden über das Thema: Jugendliche in patriarchalen und
matriarchalen Kulturen gesprochen: Herausforderungen, Probleme und
Auswege.

Im Gegensatz zu unserer Kultur gilt in matriarchalen
Gesellschaften ein Grundsatz, der uns fremd ist: Zugehörigkeit ist
bedingungslos. Jugendliche müssen nichts leisten, um Teil der
Gemeinschaft zu sein. Ihr Wert liegt nicht im „Tun“, sondern im
„Sein“.

Kinder und Jugendliche wachsen in Sippen auf, bleiben ihr Leben
lang in der Familie der Mütter und sind eingebettet in ein stabiles
Netz aus Großmüttern, Tanten, Onkeln, Geschwistern, Cousinen und
Cousins. Beziehungen sind verlässlich, niemand wird ausgeschlossen.
Das vermittelt Sicherheit und Vertrauen – und die Gewissheit: Ich
habe einen Platz. Ich bin wichtig.

Schon mit Beginn der Pubertät erhalten Jugendliche volles
Mitspracherecht. In Räten, die im Konsens entscheiden, zählt ihre
Stimme genauso wie die der Erwachsenen. So wachsen sie organisch in
Verantwortung hinein – ökonomisch, politisch und sozial.

Besonders bemerkenswert ist das Prinzip der Gleichwertigkeit in
der Unterschiedlichkeit . Das Weltbild matriarchaler Kulturen
verstärkt diese Haltung. Menschen verstehen sich nicht als getrennt
von der Natur, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Verbindung –
zu Menschen, Natur und Ahnen – ist einer der höchsten Werte. Wer in
diesem Bewusstsein aufwächst, erfährt Respekt und gibt ihn weiter.

Für Jugendliche bedeutet das: bedingungslose Zugehörigkeit, frühe
Verantwortung, klare Orientierung – und zugleich Freiheit, eigene
Wege zu wählen. Ein Modell, das in Zeiten wachsender Zukunftsangst
neue Perspektiven eröffnet.

Zwtl.: Internationale Expert:innen werden bei dieser Veranstaltung
wertvolle Impulse geben:

Dr. phil. Maya Götz , Leiterin des Internationalen
Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) beim BR,
untersucht die Wirkung von Social Media, Schönheitsidealen und
Zukunftsangst auf junge Menschen.

Prof. Gerald Hüther , einer der bekanntesten Neurobiologen
Deutschlands, und Patrick Sellier , Pädagoge und Autor, diskutieren
im Video-Interview mit Live-Kommentar, warum Jungen neue
Rollenmodelle für Zugehörigkeit und Stärke brauchen.

Dr. Heide Göttner-Abendroth , Begründerin der modernen
Matriarchatsforschung, spricht über Initiationsrituale und den Platz
von Jugendlichen in matriarchalen Gesellschaften.

Mina Elfira, S.S., M.A., Ph.D. , Anthropologin an der Universität
Jakarta, beleuchtet die Situation der jungen Minangkabau-Generation
zwischen matriarchaler Tradition und patriarchalen Normen.

Zwtl.: Was bedeutet eigentlich matriarchale Kultur?

Das größte Missverständnis bezogen auf Matriarchate ist, dass sie
oft als umgekehrte Patriarchate verstanden werden, in denen die Frau
über den Mann herrscht. Doch weit gefehlt. Matriarchate sind
egalitäre Gesellschaften und zeichnen sich durch völlig andere
Strukturen und Werte aus – hier zählen mütterliche Werte wie
Gemeinschaft, Fürsorge und Gleichwertigkeit und diese werden in allen
gesellschaftlichen Bereichen sichtbar.

In matriarchalen Kulturen leben Menschen in blutsverwandten Clans
zusammen, d.h. Kinder bleiben ihr Leben lang bei ihren Müttern,
Tanten, Onkeln und Großmüttern. Das gibt starke Zugehörigkeit und
lebenslange stabile Beziehungen . Liebesbeziehungen finden außerhalb
des Clans statt und beeinträchtigen niemals die Zugehörigkeit zum
Clan. Außerdem werden alle im Clan gleichermaßen versorgt. Die
Ausgleichs- und Schenke Ökonomie in Matriarchaten sorgt dafür, die in
den Händen der Mutter liegt sorgt für gerechte Versorgung aller.
Besitztümer gehören dem Clan, also allen zusammen und niemand hat
mehr oder weniger als der / die andere. Das sorgt für Vertrauen und
Zusammenhalt.

Die Politik ist ebenfalls grundlegend anders geregelt als in
Patriarchaten: es wird in Konsens-Räten entschieden , bei denen alle
integriert sind, rede- und Stimmrecht haben – auch junge Menschen.
Eine Abstimmungsart die auf dem Vertrauen der ökonomischen Versorgung
und der bedingungslosen Zugehörigkeit zum Clan fußt. Matriarchale
Menschen verstehen sich als Teil des großen Ganzen, der Natur und
alle Rituale und das spirituelle Weltbild dienen der Verbindung. Sie
kennen keine trennenden Konzepte oder Religionen und dieses Weltbild
wirkt durch alle Ebenen.

Zwtl.: Mit diesen Perspektiven eröffnet die Tagung nicht nur neue
Einsichten in die Lebenswelt der Generation Z, sondern lädt auch dazu
ein, vertraute Denkmuster zu hinterfragen.

– Was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn Zugehörigkeit nicht
an Leistung gebunden ist, sondern an Beziehung?

– Welche Impulse können wir aus matriarchalen Kulturen für unsere
eigenen Debatten über Jugend, Bildung und Zukunftsgestaltung
gewinnen?

Genau diesen Fragen widmet sich das Programm – wissenschaftlich
fundiert, praktisch relevant und offen für die Stimmen aller
Teilnehmenden.

Am Nachmittag geht es dann ganz im Sinne der Inhalte um alle: das
Format Open-Space bietet Raum für Diskussionen und kreative Beiträge
aller Teilnehmenden. Den Abschluss bildet ein gemeinsames Come-
Together.

Veranstaltungsdaten
Samstag, 4. Oktober 2025
Wiener Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
Beginn: 9:15 Uhr – Ende: ca. 18:30 Uhr

Quelle Jugend in Deutschland-Studie:
https://ijab.de/alle-kurzmeldungen/neue-trendstudie-jugend-in-
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